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Tagging in Blogs nicht zu Ende gedacht

14. Juli 2006 von Michael | Webmaster/CMS/Blog

TagcloudMittlerweile kennt wohl fast jeder Tags (Schlagwörter). Für ein bestimmtes ‚Objekt‘ vergibt man diese Schlagwörter, solche Objekte können sein: Weblog-Beiträge, Digitalkamera-Bilder, Weblinks, Videos, u.v.m.

Beispiel:

Man macht Urlaub in Südafrika und erstellt mehrere hundert Fotos mit der Digitalkamera. Nach dem Urlaub lädt man die Bilder in der Fotoverwaltung hoch, macht ggfs. noch kleinere Bearbeitungen (Helligkeit einstellen, Bild um 90° drehen etc.), und vergibt Tags (Schlagwörter).
Z.B. legt man dort auch ein Foto wie das folgende ab:
Green
Hier kann man u.a. folgende Schlagwörter eingeben: Südafrika, 2006, Steine, Wiese, Laub, Wasser, alles was einem also spontan zu dem Bild einfällt, ohne sich Gedanken zu machen bezügl. Kategorisierung etc.

Anwendung:

Eine gute, intuitiv bedienbare Software bietet nun folgendes:
1 Jahr nach dem Urlaub möchte man sich wieder die Bilder ansehen. Man geht in die Fotoverwaltung, und klickt in der Liste der Schlagwörter auf „Südafrika“. Dort erscheinen weitere Schlagwörter (u.a. 1998, 2006, Steine, Wiese, Laub, Wasser, Meer, Sand, …)
Anhand der Jahreszahlen erinnert man sich, dass man ja sowohl 1998 als auch im Jahr 2006 in Südafrika war. Da man die Bilder vom Jahr 2006 sehen will, klickt man auf „2006“. Nun erscheint wieder eine Liste, und zwar nur die Schlagwörter der Bilder, die sowohl „Süfafrika“ als auch „2006“ enthalten. Man kann jetzt entweder die Bilder nacheinander ansehen, oder weiter filtern, in dem man z.B. auf „Wasser“ klickt.

D.h. mittels Tagging können Objekte (a) relativ schnell in eine Sammlung eingeordnet und (b) wieder schnell aufgefunden werden.
Zudem ist das System kategorieübergreifend, das obige Bild muss man nicht zwanghaft in „Südafrika / 2006 / Wiese“ ablegen, durch die Verwendung von Tags kann man viele Alternativen wählen.

Umsetzung

Soweit die Theorie. Der Bookmark-Dienst del.icio.us bietet genau diese Möglichkeiten für Bookmarks. Man kann damit beliebig einsteigen (ein Tag aus der kompletten Liste anklicken), und weiter filtern, d.h. weitere Tags auswählen, in dem man auf das ‚+‘-Zeichen vor dem Tag klickt:
delicious

Die Zahl vor den Tags entspricht hier übrigens der Anzahl der Objekte (Bookmarks), die das zusätzliche Tag enthalten.

Zusätzlich sieht man in del.icio.us im oberen Bereich Folgendes, wobei das ‚+‘-Zeichen anzeigt, dass auf mehrere Tags gefiltert wird:

Your items tagged suedafrika+2006+wasser

Umsetzung in Blogs

Blogs sind hier leider ziemlich eingeschränkt. Obwohl nahezu jedes Blog Tags verwendet und auch eine Tagcloud zur Darstellung der im Blog verwendeten Tags anbietet, bieten Weblogs meines Wissens keine Möglichkeit der einfachen Filterung / Eingrenzung.

Z.B. sucht man in einem Blog einen Artikel über eine virtuelle Festplatte von Google, man hat gehört sowas soll es geben, erinnert sich aber nur noch, dass man darüber in dem entsprechenden Blog gelesen hat.
Also geht man dort zur Tagcloud und sieht dort in sehr großer Schrift „Google“ stehen. Man klickt nun darauf, und es erscheinen alle Artikel, die das Tag ‚Google‘ enthalten, chronologisch untereinander. Eine weitere Filterung ist aber nicht möglich. Klickt man nämlich in der Tagcloud auf „Festplatte“, erscheinen alle Artikel, die mit „Festplatte“ getaggt wurden (ohne Berücksichtigung, ob diese auch den Begriff ‚Google‘ enthalten). Hier fehlt also die oben beschrieben Filter-Funktion, die z.B. del.icio.us bietet. In del.icio.us kann man Artikel anzeigen lassen, die beides enthalten, also sowohl ‚Google‘ als auch ‚Festplatte‘. Zudem werden immer die weiteren Filtermöglichkeiten angezeigt.

In Blogs bleibt dem Besucher wohl nur eines übrig: die Blog-Suchfunktion benutzen. Nur spätestens hier stellt sich die Frage, warum überhaupt Tags verwendet werden in Blogs, für den Besucher scheinen diese nahezu wertlos zu sein.

Fazit

Meines Erachtens müssen hier Weblogs bzw. die zugrunde liegende Software verbessert werden, ein wenig Taggen hier und eine Tagcloud dort ist nicht ausreichend, die Software muss den Rest bieten. del.icio.us macht das ganze meines Erachtens vorbildlich, solange in Blogs auf Tag-Kombinationen nicht wie in del.icio.us gefiltert werden kann, bietet das Tagging m.E. für Besucher kein Mehrwert.
Eine Lösung ist mir derzeit nicht bekannt, um eine Funktionalität wie unter del.icio.us z.B. auf einem WordPress-Blog zu bieten.
Jedenfalls ist das Tagging, wie es derzeit in Blogs (wie auch auf Software Guide) betrieben wird, keine Unterstützung für Besucher, um Artikel schnell zu finden. Die simple Volltextsuche ist hier wohl zuverlässiger.
Ich werde das ganze jedenfalls weiter verfolgen und darüber berichten, mein Ziel ist es, Besuchern einen ähnlichen Service wie bei del.icio.us zu bieten.

Informationen zum Artikel:

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3 Comments:

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Mike

19. Juli 2006, 15:07

In gewisser Weise hast Du schon recht, aber die Notwendigkeit fuer solche Features sehe ich ehrlich gesagt nicht. Eine weitere Differenzierung, also mehrere „Tag-Ebenen“ ist in allen mir bekannten Tagging-Extensions fuer WordPress und Serendipity nicht moeglich. Allerdings gibt es a) andere Features wie beispielsweise die Anzeige von „verwandten“ Tags und b) ist die Ueberlegung, ob das in Blogs ueberhaupt notwendig sei, auch nicht so abwegig.

Nehmen wir mal del.icio.us und deren riesigen Datenbestand. Da ist es immens wichtig, weiter kategorisieren zu koennen. Hier tragen Hunderttausende ihre Links zusammen.
Ein Blog schreibt i.d.Rgl. nur einer oder ein kleineres Team von vielleicht 5 Personen. Die Artikeldichte ist auch nach laengerer Laufzeit gegenueber Diensten wie del.icio.us verschwindend gering.
Finde ich mittels Tags nicht zum gewuenschten Artikel, nutze ich halt die Volltextsuche. Und alternativ gibt es da immer noch Google. Google indiziert die Seiten mittlerweile so gut, gaebe ich da „Google“ und „Festplatte“ ein, ich bin mir sicher, ich kaeme schnell an mein Ziel.

Es ist bisher nur eine These, aber ich glaube, die Zeit, die ich zum Suchen aufwende, um einen bestimmten Artikel zu finden, waere in etwa genauso lange, wie die Zeit, die ich braeuchte, um bestimmt Tags zu kombinieren. Das mag nicht jedem gelingen, das ist richtig. Aber auch diejenigen, die mit Suchmechanismen nicht so vertraut sind, finden i.d.Rgl. ihr Ziel mit den derzeitigen Methoden noch in akzeptabler Geschwindigkeit und vor allem mit guten Ergebnissen.

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2

Michael (Author)

19. Juli 2006, 22:32

Mike, das sind gute Argumente ;-) Gerade die Blog-Suchfunktion (oder halt Google) ist da sicherlich zuverlässig, keine Frage.
Nur damit schwindet dann aber auch der Nutzen von Tags für Besucher. Tag Clouds sind ja oft ganz schick, und auch mal praktisch um Themenschwerpunkte zu erkennen. Aber klickt nun der Nutzer auf ein größeres Tag, so erscheint i.d.R. eine lange Artikelliste, durch die der Nutzer durchblättern muss. Hier wäre es jetzt nett, wenn z.B. oben rechts — wie bei del.icio.us — weiter eingegrenzt werden könnte.

Aber die Suche macht das wieder wett, sicherlich ist man mit einer Suchfunktion (fast) genau so schnell. Hmm, zumal taggen in erster Linie auch für Objekte eingeführt wurde, die sich eben nicht durchsuchen lassen (also Weblinks, Bilder, Videos, etc.).

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3

EssWeh

20. Dezember 2007, 20:02

Momentan sitze ich an einem Blog-Projekt, wofür ich genau diese Filterung durch mehrere Tags benötigen würde (ich „misshandle“ eine WordPress-Kategorie als Datenbank für Objekte, d. h. da kommen schon einige zusammen und es würde sich richtig lohnen, diese Objekte durch delicious-ähnliche Tag-Mechanismen filtern zu können).

Hast du schon weitere Erkenntnisse in dieser Richtung gewonnen?

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