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DMOZ (ODP) näher angesehen

3. März 2006 von Michael | Webservice

Jeder Internet-Surfer kennt das: wie finde ich eine Information im Internet?

Grundsätzlich hat man mehrere Möglichkeiten, eine davon ist, einen Webkatalog zu konsultieren.

Allerdings werden dabei wohl Webkataloge wenig frequentiert, am Beispiel von DMOZ (auch Open Directory Project [ODP] genannt) sieht man auch, warum:

Das DMOZ-Verzeichnis ist in Kategorien aufgeteilt. Sucht man etwa Webseiten zu Lotus Notes, so findet man diese unter World > Deutsch > Computer > Software > Groupware > Lotus Notes.
Hier werden alle Einträge alphabetisch gelistet. Der DMOZ-Katalog in Google sortiert außerdem nach Pagerank (per Default), d.h. die Seite mit dem höchsten Pagerank erscheint ganz oben. Sucht also der User nach Lotus-Notes-Informationen, werden ihm derzeit 66 Webseiten angeboten. In der Liste sind hier sehr viele Dienstleistungsunternehmen eingetragen, eine Filterung nach nicht kommerziellen Angeboten ist nicht möglich.
Fazit 1: Suche führt zu vielen Werbe-Angeboten und das Ergebnis erscheint nach den 2 Vorgaben sortiert (Pagerank oder alphabetisch), es sind keine weiteren Kriterien (wie etwa Userbewertung) vorhanden.

Das DMOZ-Verzeichnis bietet außerdem keine Schlagwörter, Seiten werden nur mittels wenigen Wörtern aufgenommen, eine Volltextsuche über die im DMOZ-Verzeichnis enthaltenen Webseiten ist grundsätzlich auch nicht möglich.
Fazit 2: Sehr eingeschränkte Suchmöglichkeit nach Content.

Wird einmal eine Webseite im DMOZ-Verzeichnis aufgenommen, so ist diese dort grundsätzlich für unbestimmte Zeit verzeichnet. Auch sind die angegebenen Webseiten-Beschreibungen statisch: einmal angegeben, und sie stehen so lange im Katalog, bis ein DMOZ-Autor diese ändert.
Fazit 3: Unflexible Seitenbeschreibungen.

Möchte ein Webmaster die Beschreibung der Seite ändern, so muss dieser über den Weg der Editor-Benachrichtigung im DMOZ-Katalog gehen. Die Umsetzung kann von wenigen Stunden bis hin zu etlichen Monaten dauern. Oftmals ist auch vorgekommen, dass trotz Erinnerungen gar nichts passierte.
Fazit 4: Es ist für Webmaster schwierig, inhaltliche Änderungen der Seitenbeschreibung einzubringen.

Ändert sich der Inhalt einer Seite, so dass eine Seite im DMOZ-Katalog verschoben werden sollte, so ist wieder ein DMOZ-Editor über das entsprechende Formular zu kontaktieren. Die üblichen Reaktionszeiten liegen wohl auch hier von wenigen Stunden über mehrere Monate bis hin zu gar keiner Reaktion.
Fazit 5: Ein Verschieben des Eintrages kann schwierig bis unmöglich sein, obwohl sich der Inhalt geändert hat, so dass die Seite nicht mehr in die ursprüngliche Kategorie passt.

Deckt eine Webseite umfangreiche Themen ab, die mehr als eine Kategorie im DMOZ-Katalog betreffen, so sollte diese wohl auch in mehreren Kategorien erscheinen. Dies erscheint wohl sehr schwierig im DMOZ-Katalog: DMOZ-Editoren reagieren wohl individuell bei solchen Anfragen, und es scheint, dass größtenteils ein Mehrfach-Listen abgelehnt wird.
Fazit 6: Eine Mehrfach-Listung einer Webseite wird oftmals nicht durchgeführt.

Feedback erhält man von DMOZ-Editoren wohl grundsätzlich nicht. Dies wird damit argumentiert, dass Regeln bestehen und diese beachtet werden sollten, außerdem sind die Editoren freiwillig beschäftigt, Seiten aufzunehmen, und machen dies in ihrer Freizeit, daher ist Zeit für Feedback knapp.
Fazit 7: Feedback bei Anfragen an DMOZ ist grundsätzlich nicht zu erwarten.

Möchte man eine Seite in DMOZ aufnehmen lassen, so ist dies wiederum ausschließlich über das DMOZ-Formular möglich. Eine E-Mail-Benachrichtigung erhält man jedenfalls nicht, und auch kann es wiederum Monate dauern, bis eine Seite verzeichnet ist. Auch werden einige Anfragen ignoriert – ohne Feedback, so dass der Webmaster nicht weiß, ob seine Seite aufgenommen wurde bzw. warum diese abgelehnt wurde.
Fazit 8: Auch die Aufnahme in DMOZ scheint schwierig und obliegt ganz alleine der Auffassung des zuständigen DMOZ-Editors.

Was bringt ein DMOZ-Eintrag einer Webseite?

Ich kann hier nur für mich sprechen: Software Guide war mehrere Wochen auf Platz 4 in Google in der Verzeichnis-Kategorie World > Deutsch > Computer > Software > Groupware > Lotus Notes. Lt. Zugriffsstatistiken kamen weit unter 1% der Besucher von diesem Verzeichnis, daher ist das Verzeichnis aus derzeitiger Sicht für Software Guide nicht relevant.
Sicherlich könnte ich dies verbessern, wenn in mehreren Kategorien Software Guide gelistet wäre, aber dies gestaltet sich nicht einfach und ist u.a. auch von der Laune des entsprechenden DMOZ-Editors abhängig.

Fazit

Meine Feststellung ist, dass ein DMOZ-Eintrag weder dem Suchenden noch dem Webseitenbetreiber viel bringt. Der Suchende erhält viel Werbung in den Einträgen, kann nicht weiter filtern, und erhält nur einen sehr kleinen Auszug des www. Zudem sind die Beschreibungen nicht dynamisch, so dass diese nicht zuverlässig sind, da u.U. veraltet.
Der Webseitenbetreiber hat wohl auch keine Vorteile, wenn er in DMOZ verzeichnet ist: Wenig Hits, Änderungen werden teilweise nur langsam oder gar nicht umgesetzt, Mehrfacheinträge genausowenig. Außerdem kann es Monate dauern, bis ein Eintrag erfolgt, vielfach erfolgt dieser gar nicht, und ohne Rückmeldung mit einer Begründung.

Warum dann DMOZ?

Die Grundidee halte ich für sehr gut, auch finde ich es toll, dass es viele freiwillige DMOZ-Editoren gibt. Auch kann ich nachvollziehen, dass jeder DMOZ-Editor eine Vielzahl an Emails täglich erhält. Nur dies ist die eine Seite. Die Nachteile aus Sicht von Besuchern und Webseiten-Betreibern habe ich oben beschrieben.
Ich denke hier sollte aktiv verbessert werden, hier ein Auszug meiner Vorschläge:

  • Feedback bei jeder Anfrage (Neueintrag, Änderung, etc.)
  • Werbung (Dienstleistungsunternehmen etc.) als solche gekennzeichnet und filterbar
  • Flexiblere Seitenbeschreibungen. Meinetwegen 1-2 Zeilen statisch, aber z.B. noch 3-4 Zeilen per RSS eingebunden.
  • Mehrfach-Eintragung von Webseiten vereinfachen
  • Status-Verfolgung: Jeder Request erhält eine Tracking-Nummer. Anhand dieser Nummer kann man den Status der Bearbeitung sehen
  • Link-Bewertung einführen. Wie auch immer, es gibt mehrere Modelle, wie man das machen kann.

Wird hier keine Verbesserung angestrebt, so sehe ich den DMOZ-Dienst verschwinden. Es gibt mittlerweile viele Webservices, die all dies abdecken könnten, denen fehlt lediglich die Anzahl der User. Ich hoffe, DMOZ verschläft das nicht, sonst sieht es nicht gut für sie aus.

Ich weiß auch, dass die manuelle Linkaufnahme sehr sehr zeitaufwändig ist. Dennoch bestehen mit dem jetzigen System Defizite, die das ganze in Frage stellen. Daher hoffe ich, man macht sich Gedanken um den weiteren Ausbau, denn ansonsten gewinnen Systeme, die user-basierend arbeiten, schnell überhand.

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7 Comments:

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1

Steffen

8. März 2006, 0:06

Fürs Erste gebe ich dir mal Recht. DMOZ ist nun mal auf dem Stand auf dem es original aufgesetzt wurde und es hat sich von dort nicht viel bewegt.

Wo ich dir Unrecht gebe ist in Sache „bringt der Eintrag was oder nicht“ … wenn eine Website vorher nirgendswo bei Google war und dann im DMOZ freigeschalten wird ergibt dies ein min. von Page Rank 1 aus dem nichts. Ok, nicht viel, aber bringen tuts was.

Ich habe mich auch die längste Zeit über DMOZ geärgert und dann bin ich einfach Editor geworden. Ich Antworte zu ALLEN Anfrage.

Das Problem sind eher die Bereiche die KEINEN Editor haben, das kann dann schon Monate dauern und das ist leider sehr sehr schade.

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2

Michael (Author)

9. März 2006, 23:11

Danke für Deinen Kommentar; das „bringt der Eintrag was“ hatte ich nur auf meine Erfahrung bezogen. Wobei Du aber sicherlich Recht hast: gerade wenn man neu mit einer Seite startet, kann es hilfreich sein, im DMOZ gelistet zu sein. Ich finde es auch prima, dass Du als Editor alle Anfragen beantwortest, dies ist m.E. sehr wichtig (auch wenn es sicherlich nerven kann) und nur förderlich — nicht nur für das Image von DMOZ. Das Problem mit Bereichen, die keinen direkten Editor haben, klingt nachvollziehbar.

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3

Robert Wetzlmayr

27. Mai 2006, 21:09

Das Schöne am ODP für einen Webmaster ist nicht der Traffic, der direkt vom ODP auf seine Site gespült wird, sondern die Vielzahl an Datennutzern, das sind Verzeichnis-Sites, die die DMOZ-Einträge spiegeln (das Google Verzeichnis ist das bekannteste).

Das heisst, ein Eintrag in DMOZ beschert einer Website ein Vielzahl von incoming links. Genau das, was ein Webmaster zur Relevanz-Erhöhung für die Suchmaschinen braucht. Das unterscheidet DMOZ qualitativ von den anderen Webverzeichnissen.

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4

Edgar Arlac

10. Juli 2006, 9:04

DMOZ-Editoren sind arrogant – meine Seite wurde vor Jahren fälschlicherweise als Mirror-Seite eingestuft und es hat mich Monate gekostet, bis ich den Editor der entsprechenden Rubrik vom Gegenteil überzeugen konnte.
Das Problem war: ich hatte die Webseite als komplettes Projekt gekauft und der Vorbesitzer hatte tatsächlich Mirror-Seiten angelegt. Bei DMOZ gibt es für jede eingetragene Webseite eine History, die jeder Editor einsehen kann – wenn da also mal was negatives drin steht hat man so gut wie keine Chance auf eine Eintragung dort – da kann man sich auf den Kopf stellen.

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5

Soeren Onez

14. Oktober 2006, 19:57

Also ich persönlich hatte nur gute Erfahrungen mit dem DMOZ. Habe meinen Blog in „Persönliche Homepages“ eintragen lassen, hatte aber dummerweise das Formular zum Buchstaben A benutzt, anstatt R für meinen Namen. Mail geschrieben und eine Woche später Antwort und zwei Wochen später gelistet. Ne von dort habe ich auch noch keinen einzigen Hit, aber sobald ich drin war kannte mich Google und von da kommen doch einige.

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6

Michael (Author)

15. Oktober 2006, 16:45

Was ich mittlerweile auch vielfach gelesen habe (auch hier in den Kommentaren) ist der Eintrag im Verzeichnis für neuen Seiten sehr förderlich im Bezug auf die Indizierung durch Google.
Allerdings ist es meines Wissens genau so förderlich, Google Sitemaps zu implementieren.

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7

Soeren Onez

21. Oktober 2006, 12:59

Ja das habe ich auch Zeitgleich gemacht. Kann wohl auch daran liegen, aber! wichtig ist, dass Google die Beschreibung aus dem Dmoz übernimmt, das heißt ja schon, dass da eine zusammenarbeit stattfindet. Ist Recht nervig, wenn man das ändern will, kann man auch eher sterben gehen, das klappt nämlich nicht wirklich.

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